Über den eigenen Willen
“Nun begab es sich, dass ich unerwahrtet von einer Wahrheit Kenntnis nahm.
Eine geliebte Freundin und ich, wir stellten fest wie wichtig einander sind, und dass wir zu diesem Zeitpunkt kein Paar sein können. Ich Entschied mich kürzlich eine Gabelung auf dem Weg des Lebens zu nehmen, die nur allein beschritten werden kann. Zweisamkeit würde eine Sackgasse erfinden. So bleiben wir denn schöne Freunde.
Ernst gesprochen hieß das jedoch auch, das zwei sich anziehende Menschenkinder von nun an nicht mehr zusammen schlafen würden. Dieser Punkt war immer schon eine Qual für mich. Mit dem Gefühl aufzuwachsen, ein ungeliebtes Kind zu sein, trieb mich unzählige Male in den Schoß des schönen Geschlechts. Zu oft wie mir nun schien. Mir wurde schlecht, es drehte sich. Dem Trinker der mit leeren Taschen seinen letzten Schluck trank mute ich an zu verstehen, was es heißt nichts mehr zu kriegen. Nie hatte ich mich gegen Zweisamkeit entschieden, und immer wurde ich dafür verlassen. Ich will nicht mehr kriechen für kleine Tropfen, welche die Zunge nie ganz befeuchten. Ich will stehen und rufen: “Heute nicht, das ist mein Wille!” Als Folge einer langen Reihe von Schritten in ein bewusstes, eigenes Leben, entschied ich mich keine Beziehung mit dieser mit lieben Frau einzugehen. Hier lag die eigene Entscheidung die ich mein Leben lang suchte.
“Ja” sagen; “Nein” sagen. Indem ich die Ketten meiner Kindheit brach wurde ich frei.
Zuneigung und Bestätigung sind für den Geist schnell eine Droge, sofern sie dir nicht von Dir geschenkt werden. Jetzt gibt es keine Wahl mehr, kein Zurück. Der Gang in alte Freudenhäuser wäre geistiger Suizid. Was draußen vor den warmen Ställen der Herde liegt kann ich nur erahnen, und es macht auch Angst, allein zu gehen, in unkantiertes Gelände, doch ohne Angst wäre es nicht das Richtige, nicht das Wahre. Dass die Nadel meines Herzens fest entschlossen in jene Dunkelheit der Seele steuert macht Mut. Beinahe kann ich schon den Lichtschimmer sehen, das schallende Lachen eines freien Geistes.”
Korrigiert und umgeschrieben für meine liebste Freundin.
~ Mike Moses Wunder







